Menu Close

Analyse im Betrieblichen Gesundheitsmanagement: 4 kostenlose Tools, die es Ihnen spielend leicht machen

Sie wollen, dass bei Ihnen alle gesund bleiben? Dann wollen Sie zuerst prüfen, wo Ihr Betrieb gesundheitlich steht und welchen Handlungsbedarf es gibt.

Logisch, oder?

Ohne Analyse stochern Sie im Nebel

Wenn Sie ziellos irgendwelche Maßnahmen umsetzen, irgendeine Aktion machen, dann verschwenden Sie Euros und Zeit und verbessern im Unternehmen rein gar nichts.

Warum? Weil Sie nicht wissen, ob Sie damit die Verhältnisse im Betrieb oder das Verhalten von Beschäftigten überhaupt verändern.

Als Gesundheitsverantwortlicher werden Sie so nicht erfolgreich sein.

Gerade in kleineren Unternehmen machen die meisten Leute im BGM genau diese Fehler:

  • Sie denken, eine Analyse ist teuer oder sehr aufwendig. Darum machen sie gar keine.
  • Sie setzen Maßnahmen um, die zufällig Irgendjemand vorgeschlagen hat. Weil der Vorschlag ganz sinnvoll geklungen hat.

Ist es bei Ihnen ähnlich?

Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Sie Ihr BGM systematischer angehen sollten und mal eine Bestandaufnahme sinnvoll wäre?

Die gute Nachricht: Es gibt kostenlose Fragebögen und Programme, die Ihnen das Leben dabei einfacher machen.

Bevor ich Einige vorstelle, lassen Sie uns darauf schauen, was Sie bei Ihrer Analyse unter die Lupe nehmen sollten. Dafür möchte ich mit Ihnen einen kurzen Ausflug in die Grundlagen des BGMs machen. Muss sein!

Die Kombi aus Arbeitsschutz, BGF und BGM macht´s

Sie wollen, dass in Ihrem Betrieb alle lange gesund arbeiten können.

Wie erreichen Sie das?

Erstens:  Durch Maßnahmen zum Arbeitsschutz

Gefährdungen – also alles, was im Betrieb zu Unfällen oder zu Erkrankungen führen kann – müssen Sie und Ihre Sicherheitsfachkraft finden und dann sinnvolle Schutzmaßnahmen umsetzen.

Eine Mitarbeiterin an der Supermarkt-Kasse soll beispielsweise nicht durch falsche Sitzpositionen und immer gleiche Bewegungsabläufe Probleme mit ihrem Rücken bekommen. Als Schutzmaßnahme wird ihr Arbeitsplatz ergonomisch gestaltet.

Ein neuer Mitarbeiter in der Buchhaltung, der das IT-Programm nicht versteht und sich mit seinen Fragen an Niemanden wenden kann, wird dauerhaft gestresst sein und psychisch darunter leiden. Eine gute Einarbeitung an seinem Arbeitsplatz wäre hier eine Schutzmaßnahme.

Zweitens:  Durch Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung

Nicht alles, was uns krank machen könnte – am Arbeitsplatz und im Privatleben – lässt sich einfach durch Maßnahmen abstellen.

Beispielsweise im Job: Ein Chef, der keine Entscheidungen trifft, zu viel Arbeit für zu wenig Personal, Emails ohne Ende – mit Arbeitsschutzmaßnahmen abstellen? Geht nicht!

Oder im Privatleben: Immer wieder Streit in der Familie, neben dem Job die Zeit für zu pflegende Eltern finden, Geldsorgen – einfach abstellen? Keine Chance!

Wer trotzdem gesund bleiben will, braucht Ressourcen. Gemeint sind damit Quellen, die uns immer wieder Kraft, Halt und Unterstützung geben. Genau da setzt die Betriebliche Gesundheitsförderung an. Sie stärkt die gesundheitlichen Ressourcen im Unternehmen und bei jedem Einzelnen.

Was sind solche Ressourcen?

Na, zum Beispiel die Unterstützung von den Kollegen im Team, ein Chef, der Ihnen den Rücken freihält oder die eigene Fähigkeit, mit Kritik gut umgehen zu können. Aber auch das Wissen und die Kraft für einen gesunden Lebensstil.

Drittens: Durch ein Betriebliches Gesundheitsmanagement

Um vor Gefährdungen zu schützen und Ressourcen zu stärken, wollen Sie systematisch und geplant vorgehen.

Sie wollen Prozesse und Strukturen schaffen und mit einer guten Strategie Ihre Ziele erreichen. Arbeitsschutzmaßnahmen und BGF-Angebote greifen ineinander und sind mit anderen Maßnahmen im Unternehmen vernetzt.

Ich spul´ mal kurz zurück: Die Frage war, was sollen Sie bei Ihrer Analyse unter die Lupe nehmen?

Eine Analyse muss genau diese drei Punkte auf den Prüfstand stellen und diese Fragen beantworten:

  • Wie gut ist unser Arbeitsschutz? Erfüllen wir alle rechtlichen Vorgaben? Wo haben wir noch Handlungsbedarf?
  • Wie gut ist unsere Gesundheitsförderung? Welche Ressourcen sind im Unternehmen schon vorhanden, welche brauchen wir noch? Womit unterstützen wir die Ressourcen unserer Mitarbeitenden schon und wie zufrieden sind wir mit der Wirkung? Was fehlt noch?
  • Wie gut ist unser Gesundheitsmanagement? Halten wir die Qualitätsanforderungen für ein wirksames BGM ein? Was läuft gut, was läuft schlecht? Welchen Handlungsbedarf haben wir?

Wenn Sie noch nie eine solche Analyse gemacht haben, dann wird es jetzt wirklich höchste Eisenbahn.

Reicht es, wenn Sie das ein einziges Mal machen? Nein.

Ich empfehle Ihnen, sich diese Fragen immer wieder zu stellen, am besten gemeinsam mit Ihrem Arbeitsschutzausschuss oder Ihrem Lenkungsausschuss. Und wenn Sie neue Handlungsfelder gefunden haben, setzen Sie Maßnahmen um und stellen sich danach die Fragen erneut.

Es ist ein nie endender Prozess, durch den Ihr BGM immer besser wird.

Starke Argumente - damit Sie mit Ihrem BGM endlich durchstarten können.

Holen Sie sich meinen kostenlosen Wertschöpfungs-Kalkulator und berechnen Sie, was Fehlzeiten Ihren Betrieb wirklich kosten.

Ihre Aufgabe: Starten Sie Ihre Analyse.

Lassen Sie sich nicht von fehlendem Budget oder von der Unsicherheit, wie Sie genau vorgehen sollen, abhalten.

Hier zeige ich Ihnen 4 Instrumente, die vor allem für kleinere oder mittelgroße Unternehmen und kleinere Behörden hilfreich sind.

Mit diesen kostenlosen Tools machen Sie spielend leicht Ihre Bestandsaufnahme

Der INQA-Check „Gesundheit“ – schnell und einfach anzuwenden

INQA ist die Abkürzung für „Initiative Neue Qualität der Arbeit“. Auf deren Internetseiten finden Sie hilfreiche Informationen und Instrumente. Unbedingt mal hier reinschauen. Und so funktioniert der Check:

Diese sechs Handlungsfelder werden überprüft – Gesundes Unternehmen (Strategie)| Gesundes Arbeitsumfeld | Gesunde Organisation | Gesunde Führung | Gesundes Miteinander (Unternehmenskultur) | Gesundes Verhalten

Sie bewerten Ihren Betrieb anhand von bewährten Maßnahmen aus anderen Unternehmen oder allgemeinen Qualitätsstandards.

Es gibt viele zusätzliche Tipps und Links zu weiteren Informationsquellen. Anregungen und Beispiele helfen, geeignete Maßnahmen zu finden. Ein Arbeitsblatt für einen Maßnahmenkatalog steht zur Verfügung.

Den Check können Sie als pdf bzw. gedruckte Broschüre nutzen oder online bearbeitet.

Der Check ist vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen geeignet, die ein schnelles und schlankes Verfahren suchen.  Es ist einfach, mit ihm zu arbeiten.

Der KulturCheck von kommitmensch – mit detaillierten Handlungshilfen

Kommitmensch heißt eine aktuelle Kampagne der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Sie will die Präventionskultur in Unternehmen verbessern.

Und so funktioniert der Check: 

Diese sechs Themenfelder werden überprüft – Führung | Kommunikation | Beteiligung | Fehlerkultur | Betriebsklima |Sicherheit und Gesundheit

Der Check besteht aus zwei Teilen: Teil 1 (StrukturCheck) ist dafür gedacht, dass ein Arbeitskreis z.B. aus Geschäftsleitung, Sicherheitsfachkraft, Betriebsarzt, Betriebsrat die Bedingungen im Unternehmen bewertet. Teil 2 (BeschäftigtenCheck) ist eine Mitarbeiterbefragung, durch die die subjektive Sicht der Beschäftigten auf die Themenfelder abgefragt wird.

Es gibt sehr genaue Beschreibungen, wie Sie mit dem KulturCheck arbeiten können. Der gesamte Prozess ist von der Startvorbereitung bis zur Ergebnispräsentation beschrieben.

Detaillierte Vorlagen für Besprechungen, Bewertungsverfahren, Auswertungshilfen und Präsentationsvorlagen machen es Ihnen gerade dann leicht, wenn Sie noch keine Erfahrung mit solchen Prozessen haben.

Die Unterlagen können Sie downloaden. Achtung: Wenn Sie den BeschäftigtenCheck online durchführen wollen, wird aus Datenschutzgründen ein externer Anbieter empfohlen.

Aus meiner Sicht liefert aber auch der StrukturCheck allein schon wertvolle Erkenntnisse.

Es gibt auch einen Kurzcheck, der aber nur als Impuls am Anfang helfen kann.

Der gesamte Ablauf bis zur Maßnahmenentwicklung ist mit ca. 6 Monaten angegeben. Dafür wird allerdings auch die Mitarbeiterperspektive ausführlich (BeschäftigtenCheck) einbezogen.

Der KulturCheck ist geeignet für Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden und für Gesundheitsverantwortliche, die sich eine sehr detaillierte Unterstützung im gesamten Prozess wünschen.

Das GESIOP-Tool für gesunde Arbeit – interessanter neuer Ansatz

GESIOP steht für „Gesundheitsmanagement aus inter-organisationaler Perspektive“. Das Projekt will die Gesundheit von Beschäftigen nicht nur im einzelnen Betrieb fördern. Es sollen auch Zulieferer, Niederlassungen etc. mit einbezogen werden. Und so funktioniert der Check:

Diese acht Themenbereiche werden bewertet – Bedingungen und Strukturen | Ansatzpunkte und Inhalte: bedingungsbezogen | Ansatzpunkte und Inhalte: personenbezogen | Berücksichtigung verschiedener Beschäftigungsgruppen | Beschäftigungsverhältnisse | Gestaltung gesundheitsbezogener Maßnahmen – Information und Datenschutz| Einbeziehung Verbraucher*innen Netzwerke und Wertschöpfungskette | Gründe für gesundheitsbezogene Maßnahmen

Das GESIOP-Tool besteht aus zwei Teilen: Einem Bewertungsbogen und einem Manual, das Erläuterungen, Bewertungshilfen und Handlungsempfehlungen enthält. Der Bewertungsbogen wird als Kurzfassung allen Betrieben mit 25 bis 250 Mitarbeitern und in Langfassung Betrieben mit > 250 Mitarbeitern empfohlen.

Der Check steht zum Download zur Verfügung. Er ist insgesamt schlank gehalten – eine Mitarbeiterbefragung ist darin nicht vorgesehen. Es sollen Gesundheitsmanager, Personaler, Interessenvertretungen und die Geschäftsleitung damit arbeiten.

Was diesen Check besonders macht: Über die betriebliche Perspektive hinaus wird die Wertschöpfungskette berücksichtigt d.h. Zulieferbetriebe, Kooperationspartner und Verbraucher*innen werden einbezogen.

Bei den Themenbereichen werden auch ethische Aspekte aufgegriffen, wie etwa die Frage der Verantwortung des Unternehmens für die Gesundheit der Arbeitenden.

Der Check eignet sich besonders für Unternehmen, die ihre Filialen und Zulieferer in ein BGM einbeziehen wollen.  Er schafft eine gemeinsame Grundlage am Anfang.

Der Check „Gute Büroarbeit“ – Gesundheit und mehr

Er wurde vom Deutschen Netzwerk Büro e.V. entwickelt, das gute und gesunde Büroarbeit fördern will. Gute Büroarbeit wird hier nicht nur unter gesundheitlichen Aspekten bewertet, sondern auch mit Blick auf Wirtschaftlichkeit im Büro 4.0. Und so funktioniert der Check:

Diese sechs Handlungsfelder werden bewertet – Eine motivierende und kooperative Arbeitskultur ermöglichen | Potenziale der Menschen entfalten | Wissen zur Erfolgsbasis machen | Informationstechnologien intelligent nutzen | die Bürogestaltung als Wertschöpfungsfaktor | Prozesse und Produkte ständig intelligent erneuern

Da das DNB zu INQA gehört, ist der Check analog aufgebaut, wie der INQA-Check “Gesundheit”.

Auch hier bewerten Sie Ihren Betrieb anhand von Maßnahmenbeispielen aus anderen Unternehmen oder anerkannten Qualitätsstandards. Es gibt hilfreiche Zusatzinformationen und nützliche Links.

Der Check steht als Download und als gedruckte Broschüre zur Verfügung.

Er ist besonders geeignet für Unternehmen bis ca. 500 Mitarbeiter mit Büroarbeit.

Aber auch Verwaltungen, Behörden oder Organisationen können mit dem Check schnell und wirksam die wesentlichen Aspekte einer guten präventiven Büroarbeitsgestaltung überprüfen und Maßnahmen festlegen.

Ihre nächsten Schritte:

  • Schauen Sie sich die Checks genau an. Sie haben unterschiedliche Schwerpunkte. Welcher passt – zu Ihnen, zu Ihrem BGM und Ihrem Unternehmen? Wählen Sie einen aus.
  • Überlegen Sie, wer den Check noch ausfüllen soll, außer Ihnen? Wessen Bewertung ist für Sie wichtig und hilfreich? Das können sein die Sicherheitsfachkraft, Ihr Betriebsarzt, Ihr Betriebs- oder Personalrat, die Schwerbehindertenvertretung, die Geschäftsleitung, Führungskräfte und Mitarbeiter.
  • Stellen Sie den Check diesen Personen vor und vereinbaren Sie, wie sie damit gemeinsam arbeiten wollen.

Schreiben Sie mir, wie Ihre Erfahrungen mit diesen Checks sind. Oder nutzen Sie andere Instrumente? Welche? Interessiert mich sehr und andere Leser sicher auch.

Zum Newsletter anmelden

Sie wollen anerkannt sein als Betriebliche(r) GesundheitsmangerIn - als Experte oder Expertin gesehen, gehört und akzeptiert werden? ​Sie möchten viel bewegen und Ihren Job mit Spaß meistern?

​Einfach Email-Adresse eintragen, und zukünftig bekommen Sie meinen Newsletter 2 – 3 Mal im Monat zugesandt.

​Seriöse Informationen - bewährte Tipps, für den Erfolg, den Sie sich erträumen.

Der Newsletter-Anbieter ist ActiveCampaign. Alle Infos unter Datenschutz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.