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Ihre erste Präsentation im Betrieblichen Gesundheitsmanagement? Diese 3 Dinge entscheiden, ob sie ein Volltreffer wird.

Steht bei Ihnen gerade eine wichtige Präsentation an?

Sind Sie eingeladen in die nächste Sitzung Ihres Arbeitsschutzausschusses (ASA) und wollen Ihr BGM-Konzept vorstellen? Hat Ihr Chef Sie gebeten, beim Führungskräfte-Meeting über den Nutzen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements zu reden?

Super, das ist eine große Chance, mehr Unterstützung für Ihre Ideen und Maßnahmen zu bekommen.

Sie freuen sich darauf, oder? Ja – aber …?

Wenn Sie noch wenig Erfahrung damit haben, vor vielen Menschen zu präsentieren, dann haben Sie jetzt bestimmt ein flaues Gefühl im Magen. Die Augen der Kollegen und Vorgesetzten werden Sie alle erwartungsvoll anschauen. Der Gedanke daran kann schon ziemlich nervös machen.

Es kommt nicht auf schöne Folien an

Vermutlich überlegen Sie nun, ob Sie eine Powerpoint- oder Prezi-Präsentation erstellen sollen, an der Sie sich entlang hangeln können. Oder denken Sie darüber nach, besser das Flipchart zu nehmen? Dann kann wenigstens nichts schief gehen mit der Technik.

Ehrlich gesagt: Das sind NICHT die Dinge, über die Sie sich jetzt Gedanken machen sollten.

Ihr Präsentations-Erfolg hängt nämlich überhaupt nicht davon ab, welches Präsentationsmedium Sie wählen oder ob Sie schicke Folien benutzen.

Ach, nicht?

Nein.

Das musste ich aber auch erstmal schmerzlich erfahren.

Mein Berlin-Flop

Es war in den ersten Wochen nach meinem Start als Betriebliche Gesundheitsmanagerin in einem Konzern.

Ein Kollege, der sich neben vielen anderen Themen bis dahin auch um Gesundheitsförderung gekümmert hatte, hatte zugesagt, einen Vortrag zu halten. In Berlin – im Rahmen eines Personal-Kongresses.

Ob ich das nicht für ihn übernehmen würde, fragte er mich. Na klar, ich würde. Fehlender Mut in solchen Sachen war noch nie mein Problem.

Ich fuhr nach Berlin, seine klasse gemachte Powerpoint-Präsentation in der Tasche. Meine Redezeit betrug 30 Minuten, ich hatte 10 gut aufgebaute Folien – perfekt.

Und dann stand ich nervös am Mikro vor rund 100 gespannten Zuhörern und habe mehr oder weniger nur das vorgetragen, was man eh schon auf den Folien lesen konnte. Die ein oder andere Aussage etwas ausgeschmückt – aber mehr kam da nicht.

Ich war damals noch brandneu als Gesundheitsverantwortliche. Über eigene Erfahrungen als BGM-Managerin konnte ich noch nicht sprechen. Also gab ich das wieder, was auf den Folien stand. Ich hatte keine eigenen Beispiele und keine klare Botschaft.

Und – noch schlimmer – ich war nicht überzeugend, weil ich meine Meinung, meine Haltung, meine Persönlichkeit nicht sichtbar machte.

Zuhörer merken so was natürlich. Sie waren irgendwann leicht gelangweilt, das konnte ich spüren. Verhaltener, artiger Applaus … Ich hatte die Menschen im Saal nicht erreicht. Misst!

Das muss Ihnen nicht passieren.

Wie Ihre erste BGM-Präsentation ein Volltreffer wird

Wenn Ihre nächste BGM-Präsentation ein voller Erfolg werden soll, dann vergessen Sie jetzt alle Gedanken an Powerpoint.

Hier sind die 3 wirklich wichtigen Punkte, über die Sie als Erstes nachdenken sollten.

Punkt 1: Formulieren Sie Kernbotschaften, die Sie unbedingt senden wollen

Überlegen Sie sich, welches die wichtigsten Sätze sind, die Ihre Zuhörer aus der Sitzung mitnehmen sollen. Und hiermit meine ich nicht Fakten zu Ihrem Unternehmen oder wie Sie im BGM weiter vorgehen wollen.

Ich meine die Botschaften, die Sie rüberbringen wollen. Was soll bei allen in Erinnerung bleiben? Was sollen Ihre Zuhörer nach der Sitzung denken? Schreiben Sie maximal 3 – 5 Botschaften auf.

Wenn Ihnen dazu erstmal wenig einfällt, dann gehen Sie folgendermaßen vor:

1) Fragen Sie sich, was Sie mit Ihrer Präsentation erreichen wollen. Was sind Ihre Ziele?

Wenn Sie erstmals in einer Sitzung des Arbeitsschutzausschusses präsentieren, dann wollen Sie sich vermutlich als neue/r GesundheitsmanagerIn vorstellen.

Sie wollen Kompetenz zeigen – den Teilnehmern das Gefühl geben, dass das Thema Gesundheit bei Ihnen in besten Händen ist. Sie wollen ernst genommen werden.

Vielleicht möchten Sie auch darüber informieren, welche nächsten Schritte Sie im BGM planen, wie Sie vorgehen werden in Ihrer neuen Aufgabe. Und auf jeden Fall wollen Sie, dass die Mitglieder des ASA Sie zukünftig unterstützen.

O.k. – also: Ihre Ziele sind informieren, Kompetenz zeigen und Unterstützung bekommen.

2) Überlegen Sie nun, wer Ihnen da eigentlich in der Runde der Zuhörer gegenübersitzen wird. Welche Erwartungshaltung bringen Ihre Sitzungsteilnehmer mit?

Da sitzt beispielsweise die verantwortliche Sicherheitsfachkraft (Sifa) am Tisch.

Nehmen wir an, er ist ein langjähriger Mitarbeiter in Ihrem Betrieb. Er kennt sich nicht nur bestens aus im Arbeitsschutz und der Arbeitssicherheit, sondern weiß auch sehr viel über die Arbeitsplätze, die Gesundheitsgefährdungen, die Stimmung im Betrieb. Er ist gut, zum Arbeitsschutz gibt es keine Beanstandungen.

Und nun kommen Sie: Neu als Gesundheitsverantwortliche/r, in der Theorie viel Ahnung, in der Praxis eher noch nicht. Sie sind voller Energie, haben kreative Ideen, wollen Dinge anders machen, frischen Wind in das Thema „Gesundheit im Betrieb“ bringen.

Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement sind nicht das Gleiche – die Sifa und Sie haben in der Regel unterschiedliche Verantwortungsbereiche. Stimmt.

Und doch werden Ihre Entscheidungen und Maßnahmen auch Einfluss auf seine Arbeit haben.

Die Sicherheitsfachkraft könnte also mit folgender Haltung am Tisch sitzen:

„Den neuen Gesundheitsmanager schau ich mir erstmal in Ruhe an. Weiß wahrscheinlich alles besser. Tolle Ideen, aber der wird schnell sehen, an welche Grenzen er hier stößt. Hört sich alles so einfach an, ist aber in unserem Betrieb gar nicht umsetzbar. Soll doch mal sehen, wie er das hinkriegt.“

Sicher auch anwesend: Vertreter des Betriebsrates. Was erwarten sie von Ihnen? Viele Betriebsräte sind froh, wenn ein Gesundheitsverantwortlicher benannt ist und Angebote für die Mitarbeiter umgesetzt werden. Und oft haben sie selbst viele, viele Ideen dazu.

Ein Betriebsrat kommt also vielleicht mit der Haltung in die ASA-Sitzung:

„Der neue Gesundheitsmanager – endlich. Am besten wir starten mit einem Gesundheitstag. Wir wollten auch schon lange eine Darmkrebsvorsorge für alle anbieten. Ist ein wichtiges Thema. Da kann er sich gleich mal an die Organisation machen.“

3) Wie könnten nun die Botschaften lauten, mit denen Sie Ihre Ziele erreichen und gleichzeitig die Einstellung und Erwartungen der Teilnehmer berücksichtigen?

Um zu informieren und Kompetenz zu zeigen, werden Sie etwas zur gesundheitlichen Ausgangslage des Betriebes sagen und zu den ersten Schritten, die Sie gehen wollen.

Aber Sie wollen auch die Unterstützung des ASA bekommen. Und damit unbedingt auch die Unterstützung der Sifa und des Betriebsrates. In unserem Beispiel sitzt Ihnen der eine aber eher skeptisch gegenüber. Und der andere hat für Sie schon eine lange To-do-Liste in der Tasche.

Für diese Beispiele könnten Ihre Botschaften in etwa so lauten:

  • Wir haben hier im Betrieb einen richtig guten Arbeitsschutz und darauf möchte ich gerne aufbauen. (Botschaft: Sie wertschätzen was bisher geleistet wurde.)
  • Mit meinem fachlichen Knowhow zum Gesundheitsmanagement und Ihrer großen praktischen Erfahrung als Sifa, Herr X, können wir noch mehr erreichen. (Botschaft: Sie wissen, was Sie können. Sie signalisieren Ihre Kooperationsbereitschaft und appellieren an seine.)
  • Ich finde es großartig, dass es schon viele Ideen für Maßnahmen gibt. Um die gezielt zu nutzen, brauchen wir zunächst eine ordentliche Analyse. (Botschaft: Die Ideen des Betriebsrats sind willkommen, aber Sie sind der Fachmann oder die Fachfrau und kennen das richtige Vorgehen im BGM.)

Punkt 2: Finden Sie einen überraschenden Einstieg

Stellen Sie sich vor: Das Meeting beginnt – was sagen Sie als Erstes?

Ihr Einstieg ist absolut entscheidend für die Aufmerksamkeit, die Ihnen in den nächsten Minuten geschenkt wird. Von Ihren ersten Sätzen ist abhängig, ob Ihre Teilnehmer interessiert weiter zuhören, oder ob Sie gleich in die Schublade „langweilig“ geschoben werden.

Starten Sie auf keinen Fall mit Sätzen wie „Guten Tag, meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen. Vielen Dank, dass Sie mich eingeladen haben und ich mich hier vorstellen darf.“

Gääähn.

Überraschen Sie mit einem kreativen Anfang.

Legen Sie sofort los mit einer kleinen Anekdote, die Ihnen vielleicht vorher passiert ist und zum Thema Ihres Vortrages passt.

Oder stellen Sie Ihren Zuhörern als erstes eine Frage – eine Schätzfrage zum Beispiel. „Was meinen Sie, wieviel Stufen muss man gehen, um vom Erdgeschoss über die Treppe hier in den Sitzungsraum zu kommen? Ah ich sehe schon: Die Treppe benutzen die Wenigsten.“ Schon sind Sie beim Thema Bewegung und können auf BGM überleiten.

Zeigen Sie einen Gegenstand und erzählen Sie dazu eine kleine Geschichte, die zu Ihrer Präsentation überleitet.

Oder – Sie könnten die “Klassiker” nehmen. Stellen Sie eine Flasche Wasser vor sich hin und kramen Sie einen schönen Apfel aus Ihrer Tasche: “Mineralwasser umsonst und jeden Freitag Äpfel für alle. Das ist, was sich Viele unter Betriebliches Gesundheitsmanagement vorstellen. Ein wirksames BGM sieht für mich anders aus.” Wie, das können Sie dann später in Ihrer Präsentation erklären.

Und erst jetzt kommen die Begrüßung und Ihre Vorstellung.

Punkt 3: Gewinnen Sie das Herz Ihrer Zuhörer

Das klingt ein bisschen theatralisch, ist mir klar. Was meine ich?

Wenn Sie als GesundheitsmanagerIn vor einem Kreis von Vorgesetzten oder Kollegen präsentieren, dann müssen Sie auf alle Fälle Fakten liefern. Die gesundheitliche Ausgangslage im Betrieb, vielleicht Fehlzeitenübersichten, etc. Ohne Fakten werden Sie Ihre Ideen und Vorschläge für Maßnahmen nicht schlüssig erklären und begründen können.

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In meinem Blog-Post 8 starke Fakten … habe ich Ihnen da Einiges zusammengestellt.

Wenn Ihr erster Auftritt im ASA oder wo auch immer ein Volltreffer werden soll, dann reicht das aber nicht. Sie wollen nicht nur den Verstand, sondern auch das Herz Ihrer Zuhörer gewinnen.

Und dafür müssen Sie als Person, nicht nur als Experte für BGM, sichtbar werden – mit Ihrer Meinung, Ihrer Haltung, Ihren Werten.

Menschen lieben Geschichten – erzählen Sie eine über sich. Kurz, nicht in epischer Breite.

Berichten Sie z.B. von einer Episode aus Ihrem Leben, die zeigt, warum Sie für das Thema Gesundheitsmanagement brennen. Erzählen Sie von dem einen Moment als Ihnen klar wurde, dass Sie unbedingt die Aufgabe des Gesundheitsverantwortlichen haben wollen.

Haben Sie den Mut, ein kleines bisschen persönlich zu werden und seien Sie dabei unbedingt ehrlich.

Wenn Sie das schaffen, dann hört Jeder zu, dann ist Jeder mit voller Aufmerksamkeit bei Ihnen.
Und das Beste: Dann macht so eine Präsentation unglaublich viel Spaß.

Über mich hat ein Zuhörer letztens geschrieben: “Hervorragende Vortragsqualitäten: Authentisch und überzeugend!” Also alles richtig gemacht.

Ihre nächsten Schritte

So bereiten Sie also Ihre nächste Präsentation vor:

  • Notieren Sie Ihre wichtigsten Ziele für Ihren Vortrag.
  • Überlegen Sie, wer als Teilnehmer dabei ist und mit welcher Erwartung und Haltung er oder sie kommt. (Das finden Sie gar nicht so einfach? Ja, verstehe ich gut. Ist es auch nicht. Anregungen, wie Sie gerade am Anfang vorgehen können, finden Sie in meinem Blog-Beitrag Der schlimmste Fehler… )
  • Formulieren Sie die 3 – 5 wichtigsten Botschaften, die Sie unbedingt senden wollen.
  • Suchen Sie eine persönliche Geschichte, ein Erlebnis, einen Moment, den Sie beschreiben können, so dass Ihre Zuhörer etwas über Sie persönlich erfahren.
  • Bereiten Sie einen „merk-würdigen“ Anfang vor, der in Erinnerung bleibt.

Wenn Sie noch Anregung brauchen …

Für eine richtige gute Präsentation in Ihrer ASA-Sitzung müssen Sie natürlich nicht zu einem grandiosen Keynote-Speaker werden. Aber manchmal hilft es ja, sich von anderen etwas abzuschauen.

Auf den Internetseiten von Ted-Talks können Sie sich kostenlos die besten Vorträge der gleichnamigen Innovationskonferenz ansehen. Es lohnt sich wirklich, da mal rein zu schauen.

Ein Vortrag, der mich berührt hat – kein Powerpoint, kein Redemanuskript – schlicht, klar, intensiv:  Greta Thunberg: The disarming case to act right now on climate change.

Gutes Gelingen!

 

Und was machen Sie, um Ihre Präsentationen zu einem echten Erfolg zu machen? Ich würde mich wirklich freuen, wenn Sie mir im Kommentar schreiben.

 

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