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8 starke Fakten, warum Ihr Betrieb ein BGM braucht (aktualisiert 02/2020)

Warum BGM

Kennen Sie das? Ihnen fallen ohne Probleme eine Menge Gründe ein, warum Ihr Unternehmen ein BGM braucht. Und als Gesundheitsmanager haben Sie auch Ideen, wie es aussehen sollte. Denn Sie wissen genau, wo bei Ihren Kollegen und Kolleginnen der Schuh drückt – was schlecht läuft, warum die Fehlzeiten hoch sind.

Leider bekommen Sie für Ihre Vorschläge gar keine Rückendeckung. Es heißt immer: Kein Budget, kein Personal, keine Zeit.

Träumen Sie auch davon, Ihren Chef endlich von einem BGM zu überzeugen?

Die Frage: “Warum braucht unser Betrieb ein BGM?” Die Antwort: Liegt in harten Fakten.

Andere zu überzeugen, dazu gehört schon Einiges. In jedem Fall brauchen Sie starke Argumente. Denn wie Ihr Chef sein Budget und Personal einsetzt, ist letzten Endes eine Frage seiner Prioritäten.

Ihr Ziel ist es also, die Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden auf seiner Prioritätenliste weiter nach oben zu rücken.

Dazu wollen Sie deutlich machen, warum es überhaupt notwendig ist, sich um die Gesundheit der Beschäftigten in Ihrem Betrieb gezielt zu kümmern. Welche Folgen haben kritische Arbeitsbedingungen und die demographische Entwicklung für den wirtschaftlichen Erfolg Ihres Unternehmens?

Sie wissen nicht, wie Sie da ran gehen sollen?

Kein Problem: Ich hab´ Ihnen mal was zusammengestellt ….

Fakt 1: Ihre Beschäftigten spüren wachsenden Stress, Druck und steigende Anforderungen am Arbeitsplatz

Vermutlich ist es bei Ihnen im Betrieb kaum anders.

Neue Computerprogramme werden eingeführt, neue Technologien und Produkte entwickelt. Abteilungen werden umstrukturiert und das alles – zumindest gefühlt – in immer kürzeren Abständen.

Unsere Welt wird schneller und komplexer. Wir müssen laufend Neues lernen und uns ständig auf Veränderungen einstellen.

Deshalb haben vor allem höher qualifizierte Beschäftigte, wie Meister, Techniker und Hochschulabsolventen den Eindruck, dass Stress, Arbeitsdruck und die fachlichen Anforderungen an ihrem Arbeitsplatz zunehmen:

Warum BGM - Graphik Stress und Arbeitsdruck

aus: Brenscheidt, S./Siefer, A./Hinnenkamp, H./Dr. Hünefeld, L., BAUA: Arbeitswelt im WandelZahlen – Daten – Fakten, Ausgabe 2019, S. 34

Fakt 2: Viele Termine, Leistungsdruck und Arbeitsunterbrechungen – das belastet

Haben Sie auch Kolleginnen und Kollegen, die hohe Anforderungen und Zeitdruck motivierend finden? Die es als sportliche Herausforderung nehmen? Negative Auswirkungen auf Ihre Gesundheit spüren sie gar nicht.

Das gilt aber sicher nicht für alle.

Wir arbeiten heute unter Bedingungen, die für Viele sehr belastend sind. Zum Beispiel, wenn wir häufig Terminstress haben und immer Top-Leistung bringen müssen.

Warum BGM - Graphik Arbeitsbedingungen

aus: Brenscheidt, S./Siefer, A./Hinnenkamp, H./Dr. Hünefeld, L, BAUA: Arbeitswelt im WandelZahlen – Daten – Fakten, Ausgabe 2019, S. 27

Dazu zählt auch, wenn wir bei der Arbeit oft unterbrochen oder gestört werden. Zum Beispiel durch Emails, durch Telefonanrufe oder durch unsere Kollegen.

Wir werden abgelenkt von unserer eigentlichen Aufgabe, müssen eine Entscheidung treffen, wie wir mit der Unterbrechung umgehen (sofort bearbeiten, später bearbeiten, ignorieren oder jemand anderem übergeben) und uns dann wieder in unsere Hauptaufgabe eindenken.

Das klingt erstmal nicht weiter schlimm. Aber es kostet uns viel Zeit und Energie – und stresst manche Menschen, vor allem, wenn es häufig vorkommt.

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Fakt 3: Ausfallrisiko für Unternehmen: Fast ein Drittel der Beschäftigten fühlt sich erschöpft

Jede Einzelne der vorgenannten kritischen Arbeitsbedingungen kann schon belastend sein.

Je mehr davon gleichzeitig auftreten, umso häufiger merken Menschen dies gesundheitlich. Viele sind erschöpft, müde, gereizt und schlafen schlecht.

Warum BGM - Graphik Beschwerden

aus: Brenscheidt, S./Siefer, A./Hinnenkamp, H./Dr. Hünefeld, L, BAUA: Arbeitswelt im WandelZahlen – Daten – Fakten, Ausgabe 2019, S. 29

Und wie geht es Ihnen, wenn Sie sich müde und erschöpft fühlen? Können Sie sich dann noch gut auf Ihre Arbeit konzentrieren? Schaffen Sie viel und machen keine Fehler? Wohl eher nicht. Im Gegenteil. Vielleicht zieht Ihr Körper auch bald die Notbremse und Sie werden krank.

Ihren Chef sollte das alarmieren, denn höhere Fehlzeiten können die Folge sein. Unbedingt ein Argument, warum Ihr Betrieb ein BGM braucht.

Fakt 4: Fachkräftemangel bringt Mehrbelastung für die Belegschaft

Und es kann noch schlimmer kommen:

Der Deutsche Industrie-und Handelskammertag (DIHK) hat im Rahmen seiner Konjunkturumfrage im Herbst 2018 die Industrie-und Handelskammern (IHKs) gebeten, die Unternehmen u. a. auch zum Themenfeld Fachkräftesicherung zu befragen.

Fast jedes zweite (49 Prozent) der mehr als 23.000 antwortenden Unternehmen kann offene Stellen längerfristig nicht besetzen, weil es keine passenden Arbeitskräfte findet.

aus: DIHK | Deutscher Industrie- und Handelskammertag e. V., Arbeitsmarktreport 2019

Will Ihr Betrieb neue Märkte erobern, die Prozesse digitalisieren, neue Produkte entwickeln? Können freie Stellen aber nicht durch gut ausgebildete neue Mitarbeiter besetzt werden?

Dann heißt das wahrscheinlich, dass auf die vorhandenen Mitarbeiter mehr Arbeit zukommt.

Eine Empfehlung des DIHK lautet daher: ” Unternehmen sind hier mit einer Personalpolitik gefordert, die eine lange Erwerbstätigkeit ermöglicht.”

Also: Warum braucht Ihr Betrieb ein BGM? Weil das Betriebliche Gesundheitsmanagement Ihnen die richtigen Instrumente liefert, um die Gesundheit Ihrer älter werdenden Belegschaft systematisch und nachhaltig zu fördern.

Fakt 5: Wer viele Überstunden macht, hat mehr gesundheitliche Beschwerden

Wenn also Beschäftigte zukünftig noch mehr arbeiten müssen, dann schauen Sie sich bitte mal den Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Gesundheit an:

Wer in Deutschland Vollzeit arbeitet (das bedeutet in der Regel eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden), macht im Durchschnitt heute bereits knapp 5 Überstunden pro Woche.

Das Problem ist: Tendenziell treten mit längerer Arbeitszeit deutlich häufiger gesundheitliche Probleme auf.

Warum BGM - Graphik Tatsächliche Wochenarbeitszeit

aus: Dr. Anne Marit Wöhrmann, u.a., BAuA Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (2016): Arbeitszeitreport Deutschland 2016, S. 38

Fakt 6: Wer aus psychischen Gründen krankgeschrieben wird, fällt meist lange aus

Wundert es Sie also, dass „psychische Störungen“ zu den drei Hauptursachen für Krankentage zählen?

An der Spitze der Diagnosen stehen alljährlich die “Muskel- und Skeletterkrankungen“. Allerdings: Anhaltender Stress macht sich auch gerne in Nacken- und Rückenschmerzen bemerkbar.

Und noch eine schlechte Nachricht:

Wer wegen psychischer Störungen krankgeschrieben wird, fehlt im Durchschnitt 37 Tage (!). Längere Ausfallzeiten bringt keine andere Diagnose mit sich.

Fünf lange Wochen, in denen die Arbeit vom restlichen Team übernommen werden muss und sich der Zeit- und Leistungsdruck dort erhöht.

aus: Knieps F | Pfaff H (Hrsg.): BKK Gesundheitsreport 2019, MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Berlin, 2019, S. 62-63

Fakt 7: Demographischer Wandel: Das Durchschnittsalter in Unternehmen steigt und steigt

Was die Situation noch weiter verschärft:

Der Anteil der über 49-Jährigen Arbeitnehmer steigt ständig – eine Folge der niedrigen Geburtenrate in Deutschland. Es rücken immer weniger jüngere Mitarbeiter nach.

Das Problem ist: Wenn wir älter werden, erhöht sich leider statistisch auch das Risiko, eine chronische Erkrankung zu bekommen wie zum Beispiel Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Eine Erkältung ist meist in einer Woche überstanden. Bis wir mit chronischen Erkrankungen wieder arbeiten können, dauert es deutlich länger.

Das zeigt sich an den betrieblichen Fehlzeiten:

Ältere Arbeitnehmer fehlen krankheitsbedingt nicht häufiger (Anzahl der Fälle), aber dafür länger (Anzahl der Tage).

Warum BGM Graphik AU-Kennzahlen 2018aus: Knieps F | Pfaff H (Hrsg.): BKK Gesundheitsreport 2019, MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Berlin, 2019, S. 69

Fakt 8: Warum braucht Ihr Unternehmen ein BGM? Weil es Geld kostet, Gesundheit im Unternehmen nicht systematisch zu fördern.

Was kostet Arbeitsunfähgikeit?

Das Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin BAUA berechnet die Zahlen jährlich für Deutschlannd.

In 2018 hieß das: Insgesamt hat jeder Arbeitnehmer 17,4 Tage im Jahr gefehlt. Der Produktionsausfall (Lohnkosten) pro Arbeitsunfähigkeitstag betrug 119 € und damit ist für die deutsche Volkswirtschaft ein Produktionsausfall von insgesamt 85 Mrd. Euro entstanden.

aus: Volkswirtschaftliche Kosten durch Arbeitsunfähigkeit 2017, BAUA, Dortmund 2019

​Und was heißt das für Ihren Arbeitgeber? Ich mach´s mal konkret:

Nehmen wir einfach an, Sie arbeiten in einem Unternehmen mit 100 Mitarbeitern. In 2018 hatte es genau den deutschen Durchschnitt von 17,4 Arbeitsunfähigkeitstagen pro Mitarbeiter.

Dann musste Ihr Betrieb rund 200.000 € an Lohnfortzahlung für die erkrankten Beschäftigten aufbringen.

Tatsächlich sogar mehr: Die Berechnung der Arbeitsunfähigkeitstage basiert auf den Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen der gesetzlichen Krankenkassen. Die ersten drei Krankheitstage (für die in der Regel keine AU-Bescheinigung notwendig ist) sind also nicht enthalten.

Mein Fazit: Warum Ihr Unternehmen ein BGM braucht

Puuhh – ganz schön viel Statistik, denken Sie vielleicht. Stimmt. Aber sich damit zu beschäftigen lohnt sich. Sie wollen doch was bewegen in Ihrem Betrieb.

Ich fasse mal zusammen.

Ihr Unternehmen steht vor großen Herausforderungen:

  • Fachkräfte werden fast überall Hände ringend gesucht, aber immer seltener gefunden.
  • Da Mitarbeiter im Durchschnitt immer älter werden, drohen krankheitsbedingte Ausfälle.
  • Die Arbeit muss noch mehr auf diejenigen verteilt werden, die da sind. (Mag sein, dass sich durch die Digitalisierung zukünftig eine deutliche Entlastung ergibt. Aber bis dahin ….?)

Es wird also Jeder gebraucht!

Ihre Beschäftigten – den Meisten geht es (noch) gut. Aber eben nicht Jedem.

  • Viele fühlen sich nicht mehr fit, weil der Arbeitstag hektisch ist und manchmal auch das Privatleben schlaucht. Sie sind müde und schlafen schlecht, sie haben Rückenschmerzen oder sind rund um erschöpft.
  • Viele Vollzeitkräfte wollen weniger und nicht mehr arbeiten.
  • Und schon heute liegt die Zahl der Überstunden, die jeder im Durchschnitt macht, in einem kritischen Bereich für die Gesundheit.

Warum braucht es also ein BGM?

Weil ein gutes Betriebliches Gesundheitsmanagement die Gesundheit und die Arbeitsfähigkeit Ihrer Mitarbeitenden nachhaltig fördert.

Wie sehen Ihre nächsten Schritte als Gesundheitsmanager aus?

  • Schauen Sie sich die Studien genauer an. Welche Fakten interessieren Ihren Chef wohl besonders?
  • Vergleichen Sie die Werte mit Zahlen aus Ihrem Betrieb (gibt´s z.B. von der Personalabteilung, dem Controlling, Ihren gesetzlichen Krankenkassen): Wie ist das Durchschnittsalter in Ihrem Unternehmen? Wie hoch sind die Fehlzeiten? Was sind die Diagnosen für die Arbeitsunfähigkeit?
  • Präsentieren Sie Ihrem Chef die Ergebnisse und zeigen Sie den Handlungsbedarf.
  • ​Schlagen Sie ihm vor, ein Konzept zu entwickeln und beschreiben Sie darin, wie Sie weiter vorgehen wollen, um die Gesundheit in Ihrem Betrieb langfristig zu erhalten.

Warten Sie nicht, starten Sie jetzt.

Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg!

 

Schreiben Sie mir: Wie haben Sie Ihren Chef überzeugt? Was hat funktioniert, was nicht? Ich freu mich auf Ihr Feedback.

 

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